Kinder sind keine Erwachsenen, auch keine kleinen Erwachsenen!

Die Welt aus Kinderaugen sehen

Ich laufe durch den Einkaufsladen und höre eine strenge Stimme sagen: "Kannst du das nicht einfach mal liegen lassen!?" Ich bin gerade am wählen, welche Erdbeermarmelade es sein soll, da kommen jene Eltern und Kind um die Ecke gelaufen, dass Kind ist vielleicht knapp zwei Jahre! Als ich das kleine Mädchen mit einem traurigen Blick sehe, antwortet meine innere Stimme trotzig zu mir selbst: "Nee, kann ich nicht liegen lassen. Du bringst mich hier her- in ein riesengroßen Laden, der soooo viele bunte und verrückte Sachen hat, wovon ich so viel noch nicht ahgefasst, berührt und probiert habe und dann darf ich nichts anfassen. Das geht doch nicht."

Einmal davon abgesehen, dass der Alltag und die Verpflichtungen uns Eltern immer wieder an die nervelichen Grenzen bringen, da wir in allen Bereichen gut sein wollen, ist es uns allen Eltern schon passiert, dass wir abschätzig mit unseren Kindern reden. oder Permanent nein sagen. Wir schludern im  wichtigsten Bereich im unseren Alltag- im Zusammenleben und in der Beziehung zu unseren Kindern. Wir machen es eher dem Chef Recht, als unserer Familie.

Unser Alltag ist ihre Kindheit!

Wir haben als Eltern vielleicht oft das Gefühl, dass ein Kind erwachsenes Verhalten zeigen soll. Es soll das Wasser aus der Karaffe ohne zu kleckern in das Glas gießen, es soll sich 2 Minuten lang die Zähne putzen, es soll die Hand geben zur Begrüßung und freundlich sein, es soll uns gegenüber auch einsichtig und empathisch sein, es soll artig sein, es soll ordentlich sein... Dabei sind es Kleinkinder. Sie haben von all dem noch keine Idee. Zum Glück. Sie sind vielmehr im Hier und Jetzt (Wir haben das leider verlernt!) Sie hören unsere strenge Stimme, sie sehen unseren ernsten Blick und erkennen unsere gestresste Körperhaltung. Ich möchte nicht mit Kindern tauschen, die das täglich und alltäglich sehen. Denn viellmehr ist es doch in unserer Verantwortung unseren Kindern

Raum-Zeit-Geduld-ZUgewandheit-phantasie-einfühlungsvermögen

..zu geben, damit sie sich zu Erwachsenen entwicklen, die eigenständig denken und handeln können, die eine Meinung haben und dafür einstehen, die sich behaupten und auch nein sagen, ohne dieses Nein zu rechtfertigen.Anfangs war ich unverständiger, mittlerweile bin ich sanfter geworden, weil jede Familie und jedes Elternteil seine Geschichte und seine Erfahrungen hat und weitergibt und wir nie wissen, wenn wir just in dem Moment eine Situation beobachten, was zu dieser geführt hat.

"Gebt den Kindern Liebe, mehr Liebe, und noch mehr Liebe, dann stellen sich die guten Manieren ganz von selbst ein." A. Lindgren

Aber eines liegt mir am Herzen, dass wir Kinder Kinder sein lassen müssen. Das wir sie begleiten und Raum schaffen, wo sie sich ausprobieren können, wo sie kleckern spritzen und hüpfen und sich bewegen können. Immer ´mal wieder im Alltag. Wir sind auch Kinder unserer Zeit und geben vieles weiter, was wir erfahren haben. Aber wir haben eben auch die Chance, Dinge anders zu machen. UNSEREN KINDERN zu LIEBE!!!

Vielleicht muss dann die neue teure Küche warten, der Flur wird dann in 5 Jahren gestrichen und das alte Sofa kann noch stehen bleiben, aber laufend "Pass auf! Da nicht! Guck mal schon wieder daneben!" zusagen, schwächt nicht nur die Beziehung zu unseren Kindern, sondern auch die innere Stimme unserer Kinder, die eigentlich nur die Resonanz bekommmen: "So nicht. Wie DU es machst ist es falsch!" Das ist kein guter Indikator für eine glückliche und freie Entwicklung.

Es geht nicht darum, perfekt zu sein! Um Gottes Willen. Es geht nicht darum, das Kind alles machen zu lassen und nur zuzusehen. Es geht nicht darum, dass wir als Eltern nicht auch gestresste Tage haben dürfen.

Es geht vielmehr darum, immer wieder die Sicht des Kindes einzunehmen undsich zu fragen, wie es sich anfühlt, wenn so mit mir gesprochen wird. Die beste Frage zu sich selbst: "Würde ich auch so mit meinem Partner reden?" Wenn die Antwort NEIN lautet, dann ändere etwas.

Workshops zu den Themen

BoKK- Beziehungsorientierte Kommunikation mit Kleinkindern am 28.11.2018

Wie wir unsere Kinder besser verstehen und einen beziehungsbewussten Umgang mit ihnen schaffen- ohne Macht, Disziplin und Strenge